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Willi Rothsprak

Willi Rothsprak – Heizer 2. Klasse – Elektromotoren

Die folgenden Informationen sind ein Auszug aus einem Interview aus dem Jahre 1998 zwischen Willi Rothspraks jüngerem Bruder Johann Rothsprak und dem Produzenten von „Spiegel TV“, Michael Kloft. Leider war es mir nicht möglich, mit Johann Rothsprak Kontakt aufzunehmen, um weitere Informationen über seinen Bruder Willi zu erhalten.

Willi Rothsprak wurde am 21. Januar 1926 geboren. Er war ein ruhiger und ausgeglichener junger Mann, der den Drang hatte, etwas ganz Besonderes zu tun. Er wurde zum Dreher ausgebildet. Leider waren die Möglichkeiten in diesem Beruf nicht so gut, wie er es sich erhofft hatte. Er war auch nicht ganz zufrieden mit diesem Beruf und so meldete er sich freiwillig zur Marine und zur U-Boot-Waffe. Er wurde zur U-Boot-Waffe eingeteilt. Seine berufliche Ausbildung half ihm dabei und er wurde zum Maschinisten ausgebildet. Als der Krieg begann, empfand er dies als ein großes Abenteuer.

Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er einem Front-U-Boot zugeteilt. Kurz vor dem Auslaufen zur Feindfahrt erlitt Willi eine Fußverletzung. Der Kapitän sagte zu Willi: „Sie können so aber nicht mit, wir brauchen gesunde Leute. Sie müssen sich im Lazarett melden.“ Das U-Boot lief ohne ihn aus und später erfuhr er, dass es versenkt worden war.

Er wurde dann U-869 zugeteilt, die in Bremen noch gebaut wurde. Er arbeitete auf dem Boot und absolvierte seine Ausbildung bis zur Indienststellung. U-869 lag in Bremen bei der AG-Weser-Werft. Johann, sein jüngerer Bruder, besuchte ihn dort. Obwohl er erst 15 Jahre alt war, arbeitete er bei der Deschimag-Werft in Bremen. Dort wurden Zerstörer und U-Boote gebaut. Johann war sehr stolz auf seinen großen Bruder. In seinen eigenen Worten sagte er: „Auf einem U-Boot zu fahren, das war etwas ganz Besonderes. Die U-Boot-Waffe war die Streitkraft von Anfang bis zum Ende. Sogar die Uniform stand hervor. Die Heeresuniformen waren alle grau, aber die Marineuniform, die war etwas ganz Besonderes. Den Frauen gefiel sie. Das Dunkle und Schlechte, das sah man damals nicht.“

Das war das letzte Mal, dass Johann seinen Bruder Willi sah.

Johann wurde bald darauf zum Heer eingezogen und kämpfte in Frankreich. Er wurde gefangen genommen und kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er überlebte den Krieg und wurde 1966 aus der Gefangenschaft entlassen. Ein anderer Bruder, (Name unbekannt), fiel in Russland.